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Arbeitsgemeinschaft für Diabetologie Baden-Württemberg

Der Weltdiabetestag am 14. November

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Pressemitteilung
14. November 2019

Diabetesprävention beim Weltdiabetestag in Stuttgart
Zucker? Zuckerfolgen? Ich doch nicht!

Erfolgreiche Veranstaltung von DBW und ADBW zum Weltdiabetestag 2019 im Stuttgarter Hospitalhof mit über 200 Besuchern

Jedes Jahr am 14. November wird der Weltdiabetestag begangen, am Geburtstag von Sir Frederick Banting, der 1921 in Kanada das Insulin entdeckte und damit Millionen Menschen mit Diabetes erstmals eine Behandlungsmöglichkeit eröffnete.

In Baden-Württemberg wurde die zentrale Veranstaltung in Stuttgart von der Selbsthilfeorganisation Diabetiker Baden-Württemberg (DBW) zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft für Diabetologie Baden-Württemberg (ADBW) durchgeführt. Für beide Organisationen wiesen in ihrer Begrüßung Dr. Albrecht Dapp und Dr. Wolfgang Stütz auf die Erfolge der letzten Jahre hin. Gemeinsam mit der Politik habe man zukunftsweisende Versorgungsangebote etabliert. Angesichts der „Diabetes-Epidemie“ seien dennoch bessere Präventionsstrukturen nötig. Sozialminister Manne Lucha war zum wiederholten Male zum Weltdiabetestag gekommen und dankte in seiner Rede allen Beteiligten für ihr Engagement in der Diabetikerversorgung unter dem Motto: Mit den Diabetikern reden, anstatt über sie zu sprechen.

Die Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft Professor Monika Kellerer hob die Bedeutung der Selbsthilfe mit den Worten hervor: „Sie mit Ihrer Betroffenen-Kompetenz werden ein wichtiger Ratgeber sein für die Menschen mit Diabetes“. Und sie lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Diabetikern und Diabetologen hier im Land.

„Diabetika wäre das drittgrößte Land der Erde“
In Deutschland gibt es 6,7 Millionen Menschen mit einem diagnostizierten Diabetes. „Wenn alle Diabetiker in einem Land leben würden, wäre es mit über 400 Millionen Einwohnern das drittgrößte der Erde“, so Professor Bernhard Kulzer aus Bad Mergentheim. In Deutschland rechnen Experten schon in zwei Jahrzehnten mit 12 Millionen Menschen mit Diabetes, weltweit mit über 600 Millionen.

„Nicht nur Verhalten, auch Verhältnisse ändern“
„Sie sollten sich mehr bewegen und gesünder essen“, viele Menschen mit Diabetes haben diesen Satz schon von ihrem Arzt gehört. Klingt einfach und ist es doch nicht für alle. Dr. Harald Menning, Diabetologe und selbst als Betroffener in der Selbsthilfe engagiert, zeigte in seinem sehr persönlichen Vortrag, dass es gute Informationen („Schulung“) und viel Disziplin braucht, den eigenen Lebensstil dauerhaft zu ändern. Dann versteht man auch, dass schon ein kurzer Spaziergang den Blutzucker spürbar senken kann. Die Mühe lohnt sich.“

„Wichtig ist es, bei der Prävention schon bei den Kleinsten zu beginnen“, erläuterte Professor Jürgen M. Steinacker vom Universitätsklinikum Ulm. Seit einigen Jahren leitet er das Projekt „Komm mit in das gesunde Boot“, hier lernen Kinder spielerisch, wie ein gesunder Lebensstil aussieht und dass sie dabei auch noch Freude haben können.

Neben individuellem Verhalten, müssen wir unsere Lebensverhältnisse verändern, um die Diabetes-Epidemie einzudämmen, darüber waren sich die Teilnehmer der Podiumsdiskussion einig. Mitdiskutiert haben Johannes Bauernfeind, Elke Brückel, Andreas Dublasky, Prof. Stefan Ehehalt, Dr. Menning, Dr. Klare, Prof. Kulzer und Prof. Steinacker. Der designierte Vorsitzende der AOK Baden-Württemberg Johannes Bauernfeind betonte, dass seine Kasse in den Hausarztverträgen „die sprechende Medizin“ besonders vergütet, weil sie ein Schlüssel zur Prävention ist. Andreas Dublasky von der DAK in Baden-Württemberg stellte Projekte des Betrieblichen Gesundheitsmanagements BGM vor, mit denen seine Kasse eine „Gesundheitskultur“ präventiv in den Unternehmen etablieren will.

„Wir brauchen gesunde Lebensverhältnisse, die Einführung des Nutri-Score ist dabei ein wichtiger Schritt“ so Professor Jochen Seufert von der ADBW, der durch das zweistündige, hochkarätige Programm mit vier Fachvorträgen führte und auch die abschließende Podiumsdiskussion moderierte.

Baden-Württemberg geht in vielen Bereichen voran
Ein wenig Stolz schwang auch mit, als Sozialminister Manne Lucha aufzählte, was Betroffene, Behandlungsteams und die Politik im Ländle gemeinsam erreicht haben. Gute Versorgungsstrukturen und zukunftsweisende Modellprojekte wie das Gesunde Boot, über die in anderen Bundesländern erst geredet wird, tragen dazu bei, dass in Baden-Württemberg die Diabeteszahlen niedriger liegen als im Bundesdurchschnitt. Die Veranstaltung wurde freundlicherweise unterstützt von der DAK Baden-Württemberg.